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Training 1

Training 2

Fragen zum Rechnen

Wann macht das Rechentraining überhaupt Sinn?

Fürs Rechnen brauchen wir ein inneres Bild der Zahlen (innerer Zahlenstrahl), damit wir Grundoperationen verstehen können. In einem ersten Schritt muss das Kind also ein grundlegendes Verständnis von Zahlen und Mengen aufbauen, zuerst im Zehnerraum. Konkret: Ein Kind sollte eine kleine Menge bis zu vier, fünf Einheiten (z.B. Legosteine) auf einen Blick erfassen können, die Nachbarszahlen so schnell wie möglich kennen (welche Zahl kommt nach/vor der 3,6 oder 9?) und sehen, welche Zahl grösser oder kleiner ist. Erst mit einem guten Zahlen - und Mengenverständnis kann die Automatisierung für das Einspluseins im Zehnerraum eingeübt werden.

Aber Auswendiglernen hilft doch nicht?

Rechnen muss man verstehen. Doch mit der Automatisierung der Grundfertigkeiten verfügt ein Kind über mehr Kapazitäten. Kurz: Je schneller ein Kind das Einspluseins und Einmaleins beherrscht, umso einfacher kann es Denk- und Rechenschritte verinnerlichen (Parallelverarbeitung). Das Arbeitsgedächtnis wird entlastet, ein Kind kommt schneller vorwärts. Auch fühlt es sich kompetenter. Mit dieser Sicherheit werden komplexe Aufgaben einfacher. Das blitzschnelle Rechnen schafft ein solides Grundwissen nicht nur für die Mathematik.

Ist diese Kartenmethode auch für das Einmaleins geeignet?

Natürlich, diese Methode ist sogar sehr geeignet für das Einmaleins oder für das Einsdurcheins. Die von Dr. Armin Born entwickelte hirngerechte Methode kann man auch für andere Lerngebiete anwenden, so zum Beispiel zum Französisch-Wörtli lernen.

Kann ich mit dieser Methode auch das Geteilt üben?

Wie beim 1x1 ist diese Methode für das 1:1 geeignet. Sobald das 1x1 automatisiert ist, wird es Ihrem Kind viel einfacher fallen, das 1:1 einzuüben. Auch eignet sich die Methode nach Dr. Armin Born für das Plus und Minus im Zehnerraum.

Kann ich auch mehr als drei Kärtchen pro Tag einüben?

Ihr Kind ist zwar ein guter, aber nicht geübter Rechner, so können Sie es auch mit maximal vier Kärtchen probieren. Unser Gehirn kann nur mit einer kleinen Menge an Informationen bewusst hantieren. Beobachten Sie deshalb, ob die Methode mit vier Kärtchen erfolgsversprechend für Ihr Kind ist. Bei Kindern mit einer Rechenschwäche genügen 1-2 Kärtchen pro Tag, vor allem bei Kindern aus der Klasse 1 und 2, wenn es um das Automatisieren im Zehnerraum handelt.

Muss ich während den Ferien mit meinem Kind üben?

Bedenken Sie: Ferienzeit ist Vergessenszeit. Gerade Kinder mit einer Rechenschwäche brauchen das Training über einen längeren Zeitraum (bis zu einem Jahr), auch während den Ferien. Die Regel für das Kind lautet: Fünf Minuten üben ist wie Zähneputzen, das gehört einfach zum Tagesprogramm. Mit dieser (eisernen) Haltung wird es Ihrem Kind leichter fallen, die Lernsequenz ohne grosses Jammern zu akzeptieren (mehr über Widerstände beim Lernen finden Sie hier: www.lernavanti.ch/mit-dem-kind-ueben).

Wie kann ich mehr über Dyskalkulie erfahren ?

Hier empfehle ich das Buch von Dr. Armin Born und Claudia Oehler «Kinder mit Rechenschwäche erfolgreich fördern». Die Autoren zeigen auf, wie sich unbehandelte Rechenschwäche negativ auf die Schullaufbahn und die emotionale Entwicklung der Kinder auswirken kann. Ihre einfachen und effektiven Methoden beruhen auf aktuellen lernpsychologischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. «In der Einfachheit liegt das wahrhaft Pädagogische», so ihre Grundhaltung, welche sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht. Das Buch ist auch für Lehrpersonen und Therapeuten empfehlenswert.

Weniger ausführlich bezüglich Rechenschwäche, jedoch sehr verständlich dargestellt, zeigt Fabian Grolimund in seinem Buch «Mit Kindern lernen» den systematischen Aufbau für erfolgreiches Rechnen. Mit praktischen und einfachen Übungen können Sie die verpassten Lücken Ihres Kindes auffüllen. Darüber hinaus vermittelt Fabian Grolimund wirksame Strategien rund um die Themen Hausaufgaben und Lernen. Dieses Buch war und ist immer noch eine grosse Inspirationsquelle für meine Lernvideos.