Wir haben vier seelische Grundbedürfnisse. Das Bedürfnis nach:

1. Positiven Beziehungen statt Konflikten.

2. Sozialer Anerkennung statt Blossstellung.

3. Kompetenz/Leistung statt Kontrollverlust.

4. Vergnügen statt Langeweile.

Werden diese Bedürfnisse im Grossen und Ganzen gestillt statt verletzt, ist das Kind beim Lernen konzentriert, motiviert und mental gestärkt. Hier ein paar Gedanken. 

Motivation und Lernvideo

 

Video zu Motivation folgt Ende 2022

Unser Gehirn ist als erstes darauf angelegt, zu kooperieren, in sichere Beziehung zu Menschen zu treten. Wettkampfverhalten, Vergleichen und Bewerten ist zweitrangig. Ich hoffe für unsere Kinder, dass wir uns dessen in den Schulen immer mehr bewusst sind.

Faulheit ist meistens eine mangelnde Verbindung zur Sache. Das beste Beispiel ist das Mille Feuilles im Fach Französisch.

Manchmal fehlt die Lust zum Lernen oder Arbeiten. Das ist ganz normal. Was aber die Lust steigert, sind Erfolgserlebnisse.

Fokussieren Sie sich auf die Fortschritte, auf das Positive, statt auf die Defizite Ihres Kindes. Ein Beispiel: Ein Kind liest mir vor. Seine Verunsicherung ist spürbar, es kann nicht gut lesen. Und trotzdem höre ich, was es kann: "Wow, wie du beim Punkt die Stimme senkst! Und wie klar du die Wörter aussprichst! Das machst du wunderbar. Jetzt helfe ich dir, noch flüssiger zu lesen".

Wie oft erlebe ich nach einem solchen Feedback Kinder mit strahlenden Augen.

Das Epizentrum der Lernmotivation ist eine positive, sichere Beziehung!

Wenn das Kind die Lehrperson sympathisch findet, ist es eher bereit, zu kooperieren, auch bei unbeliebten Fächern.

Ein Schüler zeigt mir mit Stolz seine gute Franz-Note.

Ich: "Cool, wie hast du das geschafft?"

Schüler: "Ich habe geübt, jeden Tag 10 Minuten."

Ich: "Genau wie wir es besprochen haben, mega. Und wie fühlt es sich an?"

Schüler (schmunzelt): "Schon noch cool."

Ein kleiner Motivationstrick: Leg dich fünf Minuten ins Zeug und nach fünf Minuten entscheidest du, ob du aufhören oder weitermachen willst. 

Nehmen Sie es ernst, wenn Ihr Kind «keinen Bock» auf Lernen hat. Das ist sein Recht. Vielleicht kennen Sie das aus Ihrer eigenen Schulbiografie. Ein Gespräch auf Augenhöhe kann entstehen. 

Anstatt das Kind zu fragen, wie gerne es die Lehrperson hat, frage ich lieber: «Was denkst du, wie gerne hat dich die Lehrperson als Schüler*in?» So lernt das Kind, bei sich zu bleiben, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Franz-Test in einer Woche: 20 Wörtli.

Ich: "Das sind in etwa drei Wörter pro Tag. Wollen wir drei Wörter mal gemeinsam üben? 

Nach fünf Minuten sind wir fertig. "Und wie war es für dich?"

Schüler: "Voll chillig und ich ich fühle mich besser als vor fünf Minuten."

Ich: "Cool, jetzt wiederhole jeden Tag die schon Geübten und nimm immer drei dazu. Das nennt man chillig lernen!"